Unsere Psyche und Stress



Was ist Stress?

Stress ist die gefühlte, aber auch biochemische Reaktion unseres Körpers auf Situationen, welche uns überlasten, da uns keine offensichtliche Lösung für Sorgen, Ängste und Probleme bereitliegt und wir keine Strategien zur Hand haben mit diesen emotionalen und körperlichen Reaktionen umzugehen und die Stresssituationen zu bewältigen.  

 

Warum ist Dauerstress so schädlich?

Unser Körper benötigt nach ca. 1 ½ bis 2 Stunden Anstrengung eine Erholungsphase, sowie eine individuelle nächtliche Dauer an Schlaf, um sich regenerieren und erholen zu können. Gönnen wir uns diese Erholung, dann ist Stress auch nicht schädlich.

Schädlich für unseren Körper, unseren Geist und unserer Seele wird Stress erst dann, wenn dieser zum Dauerzustand wird und nach Anspannung keine Entspannung mehr folgt.

Das liegt daran, dass unser Körper auf alle Einflüsse von außen und von innen mit biochemischen Prozessen reagiert, um sein Überleben zu sichern.

Befinden wir uns im Dauerstresszustand passiert so einiges in unserem Körper, welches unser Wohlbefinden stark beeinflusst.

Ein paar Beispiele habe ich Euch zur Verdeutlichung hier beschrieben:   

 

Ermüdung / Burnout

Um bei Stress leistungsfähig zu sein, reagiert unser Körper unter anderem mit der Ausschüttung des Stresshormones Adrenalin. Dieses macht uns aufmerksamer und konzentrierter was für eine kurze Zeit auch unterstützend ist und evolutionär gesehen unser Überleben sichern soll.

Befinden wir uns jedoch im Dauerstress, kann das Adrenalin von unserem Körper nicht mehr ausreichend abgebaut werden, was dazu führt, dass wir nicht mehr entspannen können.  Was folgt sind unter anderem Daueranspannung, Schlafstörungen, Unruhe, Übermüdung, Gereiztheit und später eventuell der mittlerweile sehr bekannte Burnout. Dieser ist lediglich die Folge von zu viel Stresshormonen in unserem Blut, was auf Dauer zur Übermüdung des Körpers führt, welcher unter dem Einfluss von Adrenalin permanent auf Hochtouren arbeitet damit wir Leistung bringen können.

Das kann zum Teufelskreis führen, denn bei Dauerstress verlernt der Körper irgendwann auch auf biochemischer Ebene wieder zu entspannen.

 

Verspannung

Ständige Anspannung hat zur Folge, dass wir unbewusst unsere Muskulatur anspannen, was über die Dauer zu Verspannungen und Rückenleiden führen kann. Auch hier reagiert unser Körper auf biochemischer Ebene, um unser Überleben zu sichern. Angespannte Muskeln bedeuten evolutionär gesehen eine schnellere Reaktionsfähigkeit, was uns die Flucht, oder den Angriff (Fight or Flight) erleichtert. In unserer modernen Welt führt Dauerstress, ohne dass der Angriff, oder die Flucht nötig ist, zur Daueranspannung der Muskulatur und somit folgen eventuell Verspannungen.

 

Magen-Darm-System

Auch unser Magen-Darm-System leidet unter Dauerstress, denn Stress führt dazu, dass mehr Magensäure produziert wird. Diese schädigt die schützende Magen-Darm Schleimhaut und Bakterien können leichter Eindringen und Entzündungen hervorrufen.  

Zudem wird bei Dauerstress mehr Blut vom Körper ins Gehirn geleitet, um das Gehirn somit leistungsfähiger zu machen. Dabei verengen sich unter anderem die Blutgefäße in unserem Verdauungssystem damit das Blut vermehrt ins Gehirn gelangt. Das senkt die Leistungsfähigkeit unseres Magen-Darm Systems und es kommtsomit eventuell zur Verstopfung bei Dauerstress.

 

Migräne/Kopfschmerzen

Dauerstress kann des Weiteren Migräne und Kopfschmerzen auslösen, da durch die Anspannung die Blutzufuhr im Kopf erhöht wird. Das führt über Dauer zur Verkrampfung der Blutgefäße im Gehirn, wobei sich die großen Kopfarterien erweitern. Unsere Schmerzschwelle wird gesenkt und wir bekommen Kopfschmerzen.

 

Allergien/Immunsystem

Auch das Immunsystem wird bei Dauerstress geschwächt, wodurch wir anfälliger für Krankheiten und die Entstehung von Allergien werden.

Um Adrenalin abzubauen, verwendet unser Körper das Antistresshormon Cortisol. Bei Dauerstress befindet sich daher neben zu viel Adrenalin auch zu viel Cortisol in unserem Blut.

Zuviel Cortisol schädigt unsere Immunzellen dauerhaft. Das macht uns anfälliger für Krankheiten, denn unsere Abwehrzellen reagieren übermäßig auf Bakterien, Viren und andere Krankheitserreger.  

Auch können durch geschädigte Immunzellen Allergien entstehen, denn unsere Abwehrzellen reagieren nun sensibler auf normalerweise harmlose Substanzen, wobei unser Körper die biochemische Substanz Histamin, als Schutzmechanismus, ausschüttet. Durch das Histamin erweitern sich unsere Blutgefäße wodurch Gewebsflüssigkeit austritt und zu Hautreaktionen führt. Des Weiteren ziehen sich die Muskeln unserer Bronchien zusammen, wodurch unser Atemsystem negativ beeinflusst wird.

 

Depression

Niemand ist grundtraurig, denn wir kommen schließlich nicht als traurige Babys zur Welt.

Dauerstress kann jedoch dazu führen, dass die Botenstoffe Serotonin und Noradrenalin im Nervensystem fehlen, welche eine wichtige Rolle für unser Glücksempfinden spielen. Fehlt Serotonin und Noradrenalin fällt es uns schwerer glücklich zu sein, was zur Depression führen kann.

Übrigens verstärkt sich unser Heißhunger auf Süßes wenn wir traurig sind, denn der Verzehr von Süßem führt zur Ausschüttung von Serotonin in unserem Körper und somit ist das verstärkte Verlangen nach Süßem ein reiner Schutzmechanismus unseres Körpers.

 

Ängste

Stress entsteht meist aus Angst vor etwas. Auf Angst reagiert der Körper mit der Ausschüttung von Adrenalin, um uns aufmerksamer und konzentrierter zu machen und so unsere Überlebenschance zu erhöhen. Dabei erhöht sich unter anderem unser Puls und wir atmen schneller damit mehr Sauerstoff in unsere Organe und Muskeln transportiert wird und wir dadurch reaktionsfreudiger werden. Auch spannen sich unsere Muskeln an, damit wir sozusagen schneller wegrennen können.

Ist das dauerhaft so, kann es zu Panikattaken und zu Angstzuständen führen, welche unter anderem Unruhe, Zittern, Herzrasen und einen erhöhten Blutdruck zur Folge haben können. Das löst wiederum Stress aus, was zudem das Angstempfinden steigert. Ein Teufelskreis, da unser Körper sich in einem dauernden Angstzustand befindet.

 

Schmerzen

Dauerstress kann zudem zu erhöhter Schmerzempfindlichkeit führen, da unsere Wahrnehmung geschärft ist und unser Körper durch biochemische Prozesse sensibler auf alles reagiert. Chronischen Schmerzerkrankungen können folgen, da Schmerz über längere Zeit die Nervenzellen verändert, welche sich verselbständigen, wie zum Beispiel auch bei Rheuma.

Im Normalfall wird Schmerz durch den Thalamus im Gehirn verarbeitet und von dort an die jeweiligen Nervenbahnen weitergeleitet um ein Schmerzempfinden hervorzurufen. Dieses Schmerzempfinden hat die Aufgabe uns auf Verletzungen hinzuweisen damit wir reagieren. Bei chronischem Schmerz wird das Schmerzsignal zur Koordination jedoch nicht mehr an den Thalamus weitergeleitet. Die Nervenbahnen signalisieren in diesem Fall selbständig einen Dauerschmerz.

 

Diese Beispiele zeigen, dass sich Stress negativ auf unseren Körper, unseren Geist und unsere Seele auswirken kann und das nicht nur auf der Gefühlsebene, sondern auch durch biochemische Reaktionen unseres Körpers.

Daher sehe ich die Stressbewältigung als unerlässlich, wenn es um unsere Gesundheit und unser Wohlbefinden geht.

  

! Hinweis ! :

Solltest Du an einem Burnout, an einer Depression, oder weiteren stressbedingten psychischen Folgeerkrankungen leiden, so wende Dich bitte vorerst an einen Mediziner, oder Heilpraktiker. Ich kann und darf lediglich mit präventativen und unterstützenden Maßnahmen Hilfe leisten.

 - © Diana Mekonen -